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Leuvener Engagiertheitsskala – Beschreibung

Leuvener Engagiertheitsskala – Beschreibung

nach Laeven

Die Engagiertheitsskala basiert auf zwei Komponenten:

• zunächst gibt es eine Liste von Signalen oder Aspekten von Verhalten, an denen man seine Einschätzung ausrichten kann;

• danach unterscheidet man fünf Stufen von Engagiertheit.

Es entsteht eine Dokumentation über Beobachtungen, die nicht in erster Linie danach fragen, was Kinder können oder tun, sondern fragen: Fühlen sich die Kinder wohl? Sind sie „mit Leib und Seele“ bei der Sache?

Elemente und Materialien des Ansatzes der Leuvener Engagiertheitsskala wurden seit Ende der 80er Jahre von Laevers entwickelt, 1994 erstmals vorgelegt. Bisher sind sie vor allem für den Elementarbereich der drei- bis sechsjährigen Kinder übersetzt und in entsprechenden Einrichtungen erprobt und eingesetzt worden. Vom Grundsatz her ist vieles aber auch übertragbar auf andere Altersstufen.

Vorgehensweise

Die Beobachtung einzelner Kinder zu unterschiedlichen Zeiten sind intensive Kurzzeitbeobachtungen von ca. Drei bis zehn Minuten. Es geht darum zu erkennen, ob das Tun des Kindes überhaupt mit Engagiertheit verbunden ist. Wiederholte kurzzeitige Beobachtungen können einen guten Überblick über Interessen, Vorlieben, Themen, Fähigkeiten und Stärken des Kindes geben. Vor Beginn der geplanten Beobachtungen wird festgelegt, bei welchen Tätigkeiten und in welchem Setting das Kind beobachtet werden soll.

Dabei können die Beobachtungen

– von einer pädagogischen Fachkraft an einem oder an mehreren Tagen durchgeführt werden

– von verschiedenen Fachkräften im Laufe eines oder mehrerer Tage. Dabei werden also mehrere verschiedene Eindrücke unterschiedlicher Personen gesammelt, die evtl. ein vollständiges Bild vom Kind und seien Verhaltensweisen ermöglichen.

In Beobachtungsmomenten, die eine sehr hohe Engagiertheit des Kindes aufweisen

-magic moments- lohnt es sich ggf. diese mit Fotos oder Ähnlichem festzuhalten und die Beobachtungen damit zu ergänzen. (vgl.: Laevers (Hrsg.), S. 54)

„Die beobachtete Aktivität wird in fünf Engagiertheitsstufen (keine Aktivität bis intensive Aktivität) zugeordnet und zum individuellen Entwicklungsstand und dem Alter des jeweiligen Kindes in Beziehung gesetzt. Das heißt, es muss für jedes Kind überlegt werden: Ist eine be- stimmte Tätigkeit für dieses Alter oder für dieses Kind eine Herausforderung, geht es dabei an die Grenzen seiner Möglichkeiten oder nicht? – Erfasst wird folglich, mit welcher Intensität ein Kind Energie und Konzentration aufbringt, um sich auf eine Sache einzulassen. Der Grad der beobachteten Engagiertheit gibt damit auch etwas „Entwicklungspotential“ des einzelnen Kindes preis. (…)

Die Leuvener Engagiertheitsskala strukturiert Beobachtung durch ErzieherInnen, indem sie das Augenmerk dieser auf das emotionale Wohlbefinden und die Engagiertheit des Kindes lenkt, und versucht damit die Stärken des Kindes herauszufinden, um aufgrund dieser seine Bildungs-prozesse voranzutreiben. Dieses, als positiv einzuschätzende Grundvorhaben wird unterstrichen durch die Annahme, dass bei nicht gezeigter Aktivität dem Kind die notwendigen Bedingungen fehlen, sich weiterentwickeln zu können. Die Umgebung des Kindes bietet also keine geeig-neten Voraussetzungen dafür, dass sich das Kind wohlfühlt. Die Leuvener Engagiertheitsskala dient demnach der Optimierung der Lernbedingungen jedes Kindes durch entsprechendes Materialangebot und räumliche Gestaltung.“ (aus: Hohaus/Meißner – Trautwein/Rintelmann, S. 38ff.)

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